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HC Strien

HC Strien
@Strien9

Jul 21
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Abschnitt Oleksandrohrad: die Lage am 21.7. Dieser Nebenschauplatz ist seit einiger Zeit Ort ukrainischer Angriffe, die auch seit dem letzten Bericht vom 14.6. weitergingen. Die in den meisten Karten gezeigten Gewinne sind nur eine vorsichtige Annäherung an die Realität; beide Seiten lassen kaum Informationen zum Frontgeschehen durchsickern, lediglich wenige russische Videos erlauben es, den Gang der Dinge wenn auch zeitverzögert zu verfolgen. Der vordere Rand des russisch kontrollierten Gebietes wird üblicherweise entlang den am weitesten vorn liegenden videodokumentierten Angriffen auf ukrainische Soldaten gezeichnet; zumeist werden diese wenigen Schnipsel aber allenfalls zufällig die tatsächlich am weitesten vorne liegenden ukrainischen Positionen zeigen
Daher ein Blick auf die Brände auf FIRMS (19.-21.7.), die in Frontnähe meist auf Beschuß zurückgehen und so aktive Kampfzonen anzeigen sollten. Eine Zone erhöhter Brandaktivität zieht sich denn auch im Bereich der grauen Zone entlang (roter Rahmen), sie dürfte überwiegend russischen Beschuß anzeigen; die Videos mit Angriffen auf ukrainische Positionen stammen sämtlich aus diesem Bereich. Allerdings liegt die Grenze dieser Zone meist östlich des kartierten Randes des russisch kontrollierten Gebietes, was die Vermutung nahelegt, dass an diesen Stellen die graue Zone weiter nach Osten reicht als kartiert Etwa 10km östlich und südlich davon liegt ein weiteres Band mit Brandherden, wohl die Folge des ukrainischen Beschusses der russischen Nachschubwege
Übersetzt man dieses Bild (das sich an anderen Frontabschnitten ähnlich wiederfindet) in eine Karte des vermutlichen Frontverlaufs, hier gestützt durch eine nicht videobestätigte Meldung über ukrainische Präsenz (blaues Fragezeichen), zeichnet sich die Stoßrichtung der ukrainischen Angriffe ab; sie verläuft in etwa NW-SO am Westufer des Mokri Jali und auf den W anschließenden Höhen. Mögliches Ziel sind die Höhen über Welika Nowosilka, von denen aus man die Ruinen der Stadt unter Feuerkontrolle hätte, ohne sie stürmen zu müssen. Nebenrichtung dürfte ein Stoß im Norden parallel zum Lauf der Wowtscha sein; damit könnte man die letzte noch russisch komtrollierte Ecke der Oblast Dnipropetrowsk befreien, ein weniger militärisch als politisch relevantes Ziel
Die im Idealfall befreiten Gebiete betreffen nur maximal 300 qkm, es werden auch keine wichtigen Nachschublinien der Russen unmittelbar bedroht. Neben der politischen Bedeutung - wie gesagt letzte Teile der Oblast Dnipropetrowsk, hinzu kommt, dass man eine Reihe von Ortschaften im Süden der Oblast Donetzk zurückgewinnt - würde allerdings eine Verbesserung der taktischen Situation mit Wiedergewinnung von Befestigungslinien und v.a. die Absicherung der Flanke für weitere Angriffe N und NO von Huljaipole erreicht. Dort muss das operative Ziel sein, die russischen Versuche, hinter den ukrainischen Stellungslinien auf Saporischje vorzustoßen, endgültig zu unterbinden, im Idealfall durch Wiedergewinnung der vorderen Stellung auf voller Länge zwischen Welika Nowosilka und Huljaipole
Im Rahmen der Gesamtplanung dürfte den Vorstößen an diesem Frontabschnitt zudem die Rolle zufallen, die Russen unter Druck zu halten und sie möglichst zur Verlegung von Verstärkungen zu zwingen sowie die Auswirkungen der Luftoffensive gegen den Nachschub auf ihre Widerstandskraft zu erkunden. Die Entscheidung über den Gesamterfolg der ukrainischen Sommeroffensive wird allerdings an anderen Abschnitten fallen

HC Strien

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Linksliberal. Gegen Extremisten von rechts, links und sonstwo. Team Wissenschaft (Archäologie). auch @hcstrien.bsky.social https://t.co/6PrMcrnGGs
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